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Arthur Schnitzler wurde am 15. Mai 1862 in Wien geboren. Er war Arzt gewesen, bevor er ein impressionistischer Romanschriftsteller und Dramatiker wurde. Er beschäftigte sich mit den sozialen Kommentaren und war ein Meisterdarsteller der Wiener Fin de siècle und des Zerfalls des bedrohten Reiches. Als junger Arzt beklagte er sich schon über den "atavistischen Wahn" der akademischen Jugend und den rassistischen Antisemitismus, der sich in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts ausbreitete. Er kämpfte gegen das Dogma, das der Mehrheit seiner Zeitgenossen als Selbständigkeit galt: Der Krieg sei eine "Schicksalsnotwendigkeit". Er hatte ein pessimistisches und negatives Menschenbild, wenn er schrieb: "Der Mensch ist das mitleidloseste Lebwesen der ganzen Natur." Anders als Hofmannsthal wurde Schnitzler von den offiziellen Stellen wenig akzeptiert. Wegen seiner Skepsis, Illusionlosigkeit und scharfen Einsicht gegenüber der menschlichen Natur wurde er oft als ein Nihilist betrachtet. Leider wurde die Einsicht Schnitzlers durch die Gräuel des Weltkriegs bestätigt. Schnitzler stellte durch negative Beispiele seine Wertvorstellungen dar. Das Ziel dieser Darstellungsweise liegt darin, die destruktiven Tendenzen der Menschen durch Einsicht in die Schwächen der Menschen und die Anfälligkeit des eigenen Charakters einzugrenzen. Zwar glaubte er nicht, dass die humanistischen Gedanken seit der Aufklärung die Gesellschaft verändern könnten, doch er gab die Hoffnung nicht auf, sich für diese Gedanken beim einzelnen Individuum einzusetzen. Seine Novellen wie Leutnant Gustl betonen den inneren Monolog und sind sehr psychologisch angelegt im Sinne von Sexualmoral S. Freuds. Charakteristisch für Schnitzlers Auseinandersetzung mit Freuds Tiefenpsychologie ist der produktive Widerspruch. Sein Leutnant Gustl entstand 1900, ein Jahr nachdem Erscheinen von Freuds Buch über die Traumdeutung. Schnitzler hatte dieses Buch aufmerksam gelesen und für seine Novelle wichtige Anregungen gefunden. Die Technik, die er in seiner Novelle verwendete, ist mit Freuds hermeneutischer Technik der freien Assoziation verwandt. Die inneren Monologe des Leutnanten Gustl sind insofern wichtig, als er doch imstande ist, Einsichten, die den Lesern unter normalen Umständen niemals zugänglich sind, zum Ausdruck zu bringen, obwohl er sich selbst in einer aussichtslosen Situation befindet. Aber Leutnant Gustl ist doch kein Vorbild, sondern eine Formlosigkeit. Mit der Technik des inneren Monologs gelang Schnitzler, Leutnant Gustl, einen Offizier des Reiches als einen wichtigen Repräsentanten der Staats- und Gesellschaftsordnung des zerfallenden Reiches darzustellen. Die Armee, die mit ihrer einheitlichen Befehlssprache ausgerüstet war, war zur wichtigsten Hoffnung der sich im Zerfall befindenden Monarchie geworden. In der Nachkriegszeit setzte Schnitzler seine Suche nach einer neuen Identität fort. Er vergegenwärtigte in Fräulein Else das Bewusstsein der Hauptfigur ebenfalls durch die Technik des inneren Monologs und stellte eine zwiespätige Figur, die auf einer Seite aufs äußerste bedroht ist, und auf der anderen Seite am weitesten fortgeschritten ist. Am 21. Oktober 1931 starb er in Wien. Seine Novellen und andere Werke:
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